Das ging mir heute Nacht durch den Kopf

Veröffentlicht auf von Sabine

Und jetzt komme ich zu dem was mich heute Nacht gedanklich beschäftigt hat.

Ich habe mich nämlich gefragt, was mein Vater macht? Ob er überhaupt noch lebt? Und wenn ja, wie geht es ihm? Denn ich habe seit 16 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm. Warum? Ist ein lange Geschichte und ich versuch mich mal kurz zu fassen.   Als ich 21 war , auf eigenen Beinen stand, da trennten sich meine Eltern. Was kam war ein dreijähriger Scheidungskrieg. Kennt ihr  den Film „ Der Rosenkrieg"? Der war nichts dagegen. Mein Vater hatte sich von heute auf morgen von meiner Mutter getrennt. Später hat sich herausgestellt, dass das von ihm schon alles lange im Voraus geplant war.  Eigentlich sollte man sich dann als Kind heraushalten und die Eltern sollten auch nicht das Kind da mit hineinziehen aber was mein Vater mit meiner Mutter und später auch mit mir anstellte war nicht mehr lustig. Und da ich schon immer zu denen  gestanden haben die sich nicht wehren können oder schwächer als  andere sind, konnte ich nicht anders als zu meiner Mutter halten und sie in dieser Zeit unterstützen. Sie war wie ein hilfloses Kind welches ich an die Hand nehmen musste und ihr den Weg ins Leben zeigen musste. Ich kam mir manchmal vor als wär ich ihre Mutter und sie mein Kind. Ehrlich gesagt ich weiß nicht warum und wieso mein Vater sich auf einmal so gewandelt hat. Er war wohl  schon ein bisschen arg streng aber es gab  keinerlei körperliche Gewalt und außer das er gerne der Chef des Hauses war kann  ich mich über meine Kindheit nicht beklagen. Sie hätten sich doch so friedlich trennen können, man hätte nur mal miteinander reden müssen. 

Mutters Pech war, dass sie  an eine Anwältin geraten ist die sich überhaupt nicht für sie einsetzte. Aber meiner Mutter fehlte die Kraft sich aufzubäumen. Und dazu kam noch das Vater einen windigen Winkeladvokaten gefunden hatte der  ihr Leben und Kampf unnötig schwerer machte. Selbst bei der Familienrichterin fand meine Mutter kein richtiges Gehör und urteilte immer zum Wohle meines Vaters. Die drei Jahre waren eine lange Zeit, mit zum größten Teil enormer körperlicher und psychischer Gewalt.  Und so kam es das ich den Kontakt zu meinem Vater nach dem Scheidungskrieg entgültig abbrach.  Ab und an, in letzter Zeit öfters, frage ich mich trotz allem, was er macht und wie es ihm geht. Ich hab versucht über das Telefonbuch herauszufinden wo er jetzt wohnt bzw. lebt. Aber in Berlin finde ich keinen Eintrag. Eventuell kommen in Randberlin ein paar Adressen in Frage allerdings möchte ich da nicht anrufen und nachfragen. Eigentlich will ich auf der einen Seite keinen Kontakt mit ihm haben und auf der anderen Seite interessiert es mich schon wie es so um ihn steht und warum er das alles getan hat.  

So und jetzt wisst ihr ein bisserl darüber Bescheid worüber ich die halbe Nacht gegrübelt habe.

Werbung

Veröffentlicht in Tagebuch

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
G
Könntest Du Dir vorstellen, dass das Kind, das Du warst, sich all diese Gedanken macht, weil es vielleicht noch nach Antworten sucht?Ich könnte mir vorstellen, dass wir ALLE ein Kind in uns haben, was BEFREIT werden möchte ... denn KEIN Elternteil KANN ALLES RICHTIG machen ... dafür ist jeder zu sehr MENSCH ... !?
Antworten
S
<br /> Also so habe ich es bisher nicht gesehen. Aber ich war ja in dem Sinne ja kein Kind mehr und ich hätte eigentlich nur gerne eine Erklärung warum er den Weg genommen hat und nicht eine friedlichere<br /> Richtung eingeschlagen hat.<br /> <br /> <br />
G
Ich kenne derartige Gedanken. Hatte den Kontakt zu meinem Erzeuger auch abgebrochen und stehe nun vor der Frage ob ich ihn wieder kontaktieren soll.
Antworten
S
<br /> ja es ist schwer über seinen Schatten zu springen. Es ist als ob auf der einen Schulter ein Engel sitzt der Dich darin bestärkt den ersten Schritt zu tun und dann sitzt da auf der anderen Schulter<br /> ein kleines Teufelchen der einen davon zurück hält. Bei mir gewinnt momentan noch das Teufelchen.<br /> <br /> <br /> <br />
R
..... ich hatte 2004 den Kontakt zu meiner Familie und in erster Linie zu meiner Mutter abgebrochen, im September 2005 bekam ich einen Anruf von meiner jüngeren Schwester, das unsere Mutter ganz schwer an Krebs erkrankt ist, ich habe zwei Wochen mit mir gekämpft, dann bin ich hin, sie hat sich sogar gefreut, heute bin ich froh das ich es gemacht habe im Dezember 2005 verstarb sie.. Liebe Grüße Regina
Antworten
S
<br /> Ich denke das war auch gut so, dass Du über Deinen Schatten gesprungen bist, so brauchst Du Dir keine Vorwürfe machen es nicht getan zu haben.<br /> <br /> <br />
G
Ich hatte damals, 1 Jahr, bevor mein Vater an Krebs erkrankte, den Kontakt zu ihm aufgenommen ... konnte aber lange Zeit nicht "PAPA" sagen ... Ich habe ihm nie das schlechte Gewissen nehmen können, dass ER sich nicht gemeldet hat (dies hat er sich bis zum Schluss vorgeworfen) ...... ich habe nur gesagt: "Papi, ist es nicht egal, wer den ERSTEN Schritt macht? Ist nicht viel wichtiger, DASS ihn überhaupt einer macht?"
Antworten
S
<br /> Deswegen würde ich gerne wissen wollen wie es ihm geht aber mitunter wenn ich wüßte es ginge ihm gut würde ich die Kontaktaufnahme garantiert verschieben. Blöd ich weiß aber momentan bin ich dazu<br /> noch nicht bereit.<br /> <br /> <br />